Niemand betritt freiwillig einen Therapieraum, der nicht alles probiert hat um genau das zu verhindern. Wir gehen genau deswegen in Therapie: weil nichts anderes mehr funktioniert. James Hollis

Die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen und die Entstigmatisierung von Psychotherapie ist in Deutschland auf dem Weg. Am Ziel angelangt ist sie noch nicht. Ist es nicht eine Form von Stärke, zu erkennen, ab wann man externe Hilfe braucht? Ist es nicht eine Form von Mut, Psychotherapie überhaupt in Erwägung zu ziehen?

Viele der Menschen, die Hilfe suchen, sind nicht völlig am Ende. Sie merken, dass ihre bisherigen Bewältigungsstrategien nicht mehr funktionieren und haben das ungute Gefühle, dass noch etwas anderes dahinter stecken könnte. Sie merken, dass etwas in ihrem Leben passiert ist, das sie nicht einordnen können. Sie erkennen, dass ihnen etwas über den Kopf wächst. Sie leiden unter etwas für sie Neuem und würden gerne wissen, was das ist.

Es gibt drei Bereiche, die als Indikatoren dafür gelten können, wie gut man sich zur Zeit in seinem Leben fühlt. Zu diesen Bereichen gehören:

  1. die Qualität meiner sozialen Beziehungen – die Beziehung zu meiner Familie, meine Partnerschaft, meine Freunde und Freundinnen
  2. die Gestaltung meiner Freizeit – Aktivitäten, Hobbies, Ruhephasen, Wellness etc.
  3. die Zufriedenheit mit meiner Arbeit – gehe ich überhaupt noch arbeiten? Wie gerne gehe ich arbeiten? Wie erfüllend finde ich das, was ich tue?

Psychotherapie ist immer individuell. Die Auftragsklärung steht dabei im Vordergrund: Woran würdest DU merken, dass es Dir wieder besser geht? Woran würdest DU merken, dass sich etwas verändert hat? Was ist DEIN Ziel? Wenn es noch etwas zu stabilisieren gibt, geht es darum zu stabilisieren. Psychotherapie verändert Dich, Deine Wahrnehmung, Dein Leben. Psychotherapie hat Risiken und Nebenwirkungen. Sie verändert Deine Sichtweise auf die Welt. Da Dir Deine bisherige Sichtweise nicht mehr so „gefallen“ hat, Du mit Deinem Latein am Ende warst, ist sie bestenfalls eine Chance auf eine neue Sichtweise. Sie bedeutet aber auch Arbeit. Die Arbeit passiert in Dir. Mit Begleitung. Du bist nicht allein.

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